Auf gehts, ab gehts, drei Tage Brüssel
Fahrt zu den Europaabgeordneten der GRÜNEN JUGEND
8.00 Uhr morgens in Hamburg Hauptbahnhof. Müdigkeit war präsent bei den Teilnehmern aus der GrünenJugend Hamburg und Schleswig-Holstein auf der Fahrt zum Europaparlament. Schlafzeiten wurden verglichen und Gepäck eingeladen in den Bus, der uns in das Zentrum der Europäischen Union bringen sollte.
Doch nach zehn Stunden Fahrt wichen die Schläfrigkeit und alle Anstrengungen aus unseren Gesichtern. Das multikulturelle Brüssel erstreckte sich zwar nicht vor uns aber wir steckten in ihm oder zumindest im entsprechenden Verkehrschaos.
Wer aber eine saubere und glänzende Stadt erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Viele Gebäude sind durchaus baufällig und Grünflächen rar. Ein Rundgang durch die (Alt-)Stadt offenbart aber die Schönheit und Vielfältigkeit Brüssels. Auf der einen Straßenseite reihten marokkanische Bäcker und türkische Teesalons sich an belgische Chocolaterien. Auf der anderen Seite erblickten wir das imposante Rathaus auf dem Grand Place und das riesige Gerichtsgebäude den Palace du Justice.
Durch den dazugehörigen Trubel stapften mit staunenden Augen wir, die Teilnehmer der Grünen Jugend, bunt gemischt, lustig und locker - also eigentlich so wie immer. Hier lernten wir unsere Abgeordneten im Europaparlament kennen: Franziska Brantner, Ska Keller und Jan Albrecht.
Diese vertreten als MeP (Member of european Parlaiment) unsere politischen Ideen und Meinungen auf europäischer Ebene. Doch bevor wir uns wieder in die Politik stürzten, erfreuten wir uns an belgischen Waffelspezialitäten und –kuriositäten, sowie Pommes frites mit mehr als großer Soßenauswahl. Nur Veganer hatten leider mit dem Umstand zu kämpfen, dass hier anscheinend alles frittiert wird – selbst Mars-Riegel – und das in Schweinefett.
Am nächsten Tag standen wir, knapp 90 grüne Jugendliche vor dem Europarlament und rieben uns die Augen aus zweierlei Gründen.
Zum einen müsste das Parlament doch eigentlich in Straßburg stehen, so dachten auch wir anfangs. Offiziell ist das zwar richtig, in Wahrheit arbeitet das Parlament aber in Brüssel und zieht für 120 Mil. € zwölf mal im Jahr für je eine Woche nach Straßburg. Warum? Das zu ergründen, war auch uns zu kompliziert.
Zum anderen rieben wir uns die Augen, aufgrund des riesigen, unglaublich komplexen, extravaganten und vollverspiegelten Gebäudes. Dieses wirkt zwar als wäre es eine Einheit, doch mussten wir, um in unseren Gebäudetrakt im ersten Stock zu gelangen, einen Umweg über die dritte Etage in Kauf nehmen. Bei solch einer Planung hilft nur noch eines: sehr schnelle Aufzüge. Nach Besichtigung des eher kargen Plenarsaales fanden wir uns also dort zu unseren Workshops ein.
Über die Novationen des Stockholmer Programmes einer Erweiterung der EU-Gesetze redeten wir mit unseren MePs. Wir behandelten die Themen Migration und Asyl, Datenschutz und Bürgerrechte sowie zivile Konfliktlösung mit Hilfe von Vertretern einiger NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) wie Human-Rights-Watch und Mitgliedern des EU-Rats und der EU-Kommission.
Unsere Ergebnisse bei der Bearbeitung dieser Themen spiegeln sich in einem Antrag an den Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND in Weimar wieder.
Nach drei vollgestopften Tagen und zwei nicht wirklich langen Nächten war unser Besuch bei Franziska, Ska und Jan leider schon vorbei. Wir haben viel gesehen und zumindest einen kleinen Eindruck von der Arbeit in der Europäischen Union bekommen. Vielen Dank dafür.
Mit vielen Grüßen nach Brüssel berichten für die GRÜNE JUGEND SH,
Lydia und Folke
Mehr über unsere Abgeordneten im Europaparlament erfahrt ihr hier:






