500 Mitglieder

Die Grüne Jugend Schleswig-Holstein zählt nun 500 Mitglieder, die für junggrüne Visionen einstehen. Wir freuen uns, dass so viele Menschen Lust haben, feministische, ökologische und soziale Politik mitzugestalten.

Jeder Tag ist IDAHOBIT – Annika Möller (NaSowas)

Moin,

mein Name ist Annika Möller. Ich bin Diplom-Psychologin und arbeite bei der Informations- und Beratungsstelle NaSowas, einem Projekt vom Verein ‚Jugendnetzwerk lambda::nord e.V.‘. Ich biete dort u.a. Beratung rund um die Themen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität an. Das Beratungsangebot richtet sich insbesondere an junge LSBTIQ* (U27), aber auch ihre Familien sowie andere Angehörige, Fachkräfte und Interessierte können sich gerne für eine Beratung an mich wenden.

Darüber hinaus bieten wir, die Hauptamtlichen von NaSowas, Fortbildungen, Workshops und Seminare für Fachkräfte und andere Multiplikator*innen an, organisieren Arbeitskreise sowie Fachtage und stellen Informationen und Medien zur Verfügung.  Gemeinsam mit meiner Kollegin unterstütze ich queere Jugendgruppen dabei, sich zu gründen und zu vernetzen und berate die Jugendgruppenleiter*innen.

Das Hauptanliegen meiner Arbeit ist für mich, junge LSBTIQ* dabei zu unterstützen, eine Community zu finden und einen Frei- und Schutzraum für sich zu schaffen bzw. zu gestalten. Außerdem möchte ich die Jugendlichen dabei unterstützen, mit den besonderen Herausforderungen und Schwierigkeiten fertig zu werden, die einem als (junge*r) LSBTIQ* begegnen. Ich freue mich aber auch, sie ebenso bei den schönen Dingen im Leben eines*r LSBTIQ* zu begleiten.

Solidarische und herzlich-queere Grüße,

Annika (Beraterin bei NaSowas)

Jeder Tag ist IDAHOBIT – Joe (Lambda::Nord)

Das Jugendnetzwerk lambda::nord e.V. engagiert sich seit 1993 für die Belange lesbischer, schwuler, bisexueller, trans*, inter* und queerer Jugendlicher und junger Erwachsener im Norden Deutschlands, zuletzt hauptsächlich Schleswig-Holstein. Wir sind größtenteils ehrenamtlich organisiert und legen großen Wert darauf, dass Personen unter 27 den Verein mit Leben füllen und ihn (mit)steuern. Wir wollen somit der queeren Jugend Schleswig-Holsteins eine Stimme geben und ihre Interessen gegenüber Gesellschaft und Politik vertreten, damit sie die nötige Unterstützung bekommen und sich ihre Lebensbedingungen verbessern.

Ich engagiere mich bei lambda::nord, damit queere junge Menschen, die eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, einen Ort haben, an dem sie aufgefangen werden, Informationen bekommen und Menschen mit ähnlichen Anliegen treffen können. Seit 2015 engagiere ich mich im ehrenamtlichen Vorstand, als Jugendgruppenleitung und Teamer:in im SCHLAU-Projekt.

Besonders am Herzen liegt mir die Lübecker Jugendgruppe („Rosa Einhorn Brigade“). Ich finde großartig, dass wir durch sie ein konstantes niedrigschwelliges Angebot in Lübeck haben, das für alle Menschen unter 27 offen ist und einen Raum für alle möglichen Themen und Aktionen bietet.

Jeder Tag ist IDAHOBIT – Andreas Witolla (LSVD SH)

Als Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes in Schleswig-Holstein (LSVD SH) ist es mir ein persönliches Anliegen, im ganzen Bundesland präsent zu sein. Sichtbarkeit auch außerhalb der größeren Städte ist ein wichtiger Baustein zu Respekt und Anerkennung aller Menschen, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung. 

Vernetzung und Austausch mit anderen queeren Vereinen, Initiativen und Gruppen sind mir ebenfalls besonders wichtig, da sich zusammen einfach mehr erreichen lässt. Daher bin ich viel und gerne ehrenamtlich in Schleswig-Holstein unterwegs, z.B. zu den Vernetzungstreffen im Rahmen des Aktionsplans Echte Vielfalt.

Als politischer Arm der queeren Community in Schleswig-Holstein sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik und Verwaltung vor Ort, um für Akzeptanz, Selbstbestimmung und Respekt gegenüber lesbischen, schwulen, bi, trans* und inter* geschlechtlichen Menschen zu werben. Ein wichtiger Baustein ist dabei das landesweite Bündnis für Akzeptanz und Respekt, dem sich bisher über 40 Bündnispartner*innen angeschlossen haben und sich mit Unterzeichnung der Lübecker Erklärung aktiv der Bekämpfung von Diskriminierung und Förderung der Akzeptanz von LSBTI verpflichten.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist ein Bürgerrechtsverband und vertritt Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Menschenrechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTI als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden.

Jeder Tag ist IDAHOBIT – Anna Langsch (HAKI)

Ich bin Anna, 37, trans* weiblich, und seit Januar 2016 Koordinatorin des Vereins HAKI e.V., der queere Emanzipationsarbeit in Schleswig-Holstein leistet und in Kiel ein queeres Zentrum unterhält. Diese Position gibt mir die Möglichkeit, mich für viele queere Anliegen zu engagieren und Einblicke in die Vielfalt queerer Themen zu behalten: In der HAKI kommen Selbsthilfe, Beratung, Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit, Freizeitgestaltung, Menschenrechtsarbeit und mehr zusammen, was ein spannendes und zugleich herausforderndes Perspektivenspektrum bedeutet.

Auch durch meine eigene Biografie liegt mir der Einsatz für geschlechtliche Vielfalt und eine geschlechtsvariante Gesellschaft besonders am Herzen: 

Das Aufbrechen enger Geschlechtervorstellungen bedeutet Entwicklungs- und Entfaltungsfreiheit für alle Menschen. 

Dem menschenrechtlichen Anspruch nach selbstbestimmter Anerkennung vor dem Gesetz muss Deutschland in Bezug auf Geschlecht endlich nachkommen. Hierfür braucht es schnelle, einfache, zugängliche, auf Selbstbestimmung basierte Verfahren zur Änderung von Namen und Personenstand: Das Transsexuellengesetz (TSG) muss endlich abgeschafft werden! 

Die trans*spezifische Gesundheitsversorgung ist in Deutschland vielerorts mangelhaft: Hier brauchen wir eine bedürfnisorientierte, flächendeckende Versorgung.

Studien zeigen wieder und wieder, dass Menschen, deren Auftreten, deren Kleidung, deren Körperlichkeit nicht den jeweils gängigen Vorannahmen zu Geschlecht entsprechen, in besonderem Maße Diskriminierung erfahren. Deshalb brauchen wir Bildung, Aufklärung und wirksamen Schutz vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der Geschlechtsidentität. 

In den letzten Jahren hat sich manches im Bereich Geschlechtervielfalt bewegt. Der pathologisierende und bevormundende Blick auf trans*, inter* und genderqueere Menschen ist in Politik und Gesellschaft allerdings immer noch weit verbreitet und erschwert und verlangsamt den Fortschritt. Wir haben noch viel zu tun.

Jeder Tag ist IDAHOBIT -Sven Gebhardt (SCHLAU SH)

Ich engagiere mich für Queere Recht und Queere Sichtbarkeit, damit es mehr Bezugspunkte im direkten Umfeld gibt. Grade vielen jungen Queere Menschen während ihres inneren Coming-Out würde dies denke ich sehr helfen.

Beim persönlichen Beantworten von Schüler*innenfragen[1], geht es mir aber nicht nur darum junge Queers in Schulklassen zu ermutigen, zu sich zu stehen. Vielmehr geht es mir dabei auch darum, durch das Schildern meiner Geschichte die Mehrheit der Klasse, zu Sensibilisieren. Zu Sensibilisieren dafür, dass nicht nur körperliche Gewalt schmerzvoll seien kann, sondern auch psychische Gewalt mit Worten. Ich würde sogar soweit gehen, dass Worte langfristig schmerzvoller seien können als Tritte. Zudem natürlich auch dafür zu sensibilisieren, dass es egal ist, welche Sexuelle Orientierung oder Geschlechtliche Identität ein Mensch hat. Wir sind schließlich alle einfach nur Menschen. 

Je mehr dieses verinnerlichen, desto weniger, so meine Hoffnung und mein Antrieb, junge Menschen werden sich aus Angst verstecken, oder noch viel dramatischer das Leben nehmen. So ist die Suizid Rate von unter Queeren Jugendlichen noch immer etwa 4-5mal so hoch. Selbst nur den ernsthaften und zumeist quälenden Gedanken daran wünsche ich niemandem. Und mein Traum wäre, dass sie auch niemand mehr haben muss. Es fühlt sich einfach nicht gut an, jeglichen halt im Leben zu verlieren und keine Menschen mehr um sich herum zu haben die einem den Rücken stärken. Ich kann heute sagen, dass ich solche Menschen irgendwann wieder kennenlernen durfte, sonst könnte ich dieses hier vermutlich auch nicht schreiben. 

Viele sagen zwar derzeit, dass 2017 mit der „Ehe für alle“ doch jetzt alles gleich sei, ich sehe da aber auch auf der rechtlichen Ebene noch einiges zu tun, z.B. Abstammungsrecht, das extrem diskriminierende Transsexuellen Gesetz, aber auch vermeintlich kleine Dinge wie das faktische Blutspendeverbot für Männer die Sex mit Männern haben. Grade in diesen Tag wird zum Blutspenden aufgerufen, weil Blut knapp wird, aber vollkommen gesunde Menschen werden von der Spende ausgeschlossen, werden aufgrund ihrer Sexuellen Orientierung ausgeschlossen, unabhängig davon wie das individuelle sexuelle Risikoverhalten ist.   

Aber auch gesellschaftlich wünsche ich mir noch Veränderung, denn Queerfeindlichkeit verschwindet in der Gesellschaft nicht einfach mit dem Ändern von ein paar Gesetzen.  

„Wenn ich nur eine Person vor dem Bewahren kann, was ich durchlebt habe, bzw. den Gedanken im Tal, dann investiere gerne meine Zeit, dann lohnt es sich für mich, mit SCHLAU, in ganz Schleswig-Holstein an Schulen und Bildungseinrichtungen unterwegs zu sein und auf Fragen sehr persönlich mit meiner Geschichte zu Antworten.“

SCHLAU bietet mit verschiedenen lokalen ehrenamtlichen Teams, Bildungs-, Aufklärungs- und Antidiskriminierungsworkshops zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt für Schulen, Sportvereine, Jugendzentren und andere Jugendeinrichtungen an. Im Zentrum von SCHLAU stehen Begegnungen und Gespräche zwischen Jugendlichen und den lesbischen, schwulen, bisexuellen, pansexuellen, trans*, inter* und queeren Teamer*innen. In autobiografischen Gesprächen geben sie einen Einblick in ihre persönliche Biografie, beantworten Fragen der Teilnehmenden und thematisieren Vorurteile und Rollenbilder. (vgl. schlau-sh.de)


[1] Im Rahmen von SCHLAU-Workshops

Am Sonntag ist IDAHOBIT

Am Sonntag ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter und Transphobie, kurz IDAHOBIT. Der Tag hat in den letzten Jahren nicht an Bedeutung verloren, eher im Gegenteil. Ob es immer noch bestehende Diskriminierungen im Gesetz, wie das Blutspendeverbot für homo- oder bisexuelle Männer ist oder die zunehmenden Angriffe auf Menschen aus der queeren Community. 

Daher möchten wir euch in den kommenden Tagen unter dem Motto „Jeder Tag ist IDAHOBIT“ einige queere Persönlichkeiten aus Schleswig-Holstein vorstellen, die in den LGBTQI*-Verbänden und -Vereinen aktiv sind.

Keine Kampfdrohnen in SH oder anderswo

Gestern wurde eine Diskussion vom Verteidigungsministerium über die Anschaffung von Kampdrohnen, bzw. die Bewaffnung der bereits vorhandenen Drohnen gestartet. Am Ende dieser Diskussion soll eine Entscheidung über die Anschaffung dieser Drohnen herbeigeführt werden. Wenn es nach Ministerin Kramp-Karrenbauer geht, sollte die Bundeswehr kampffähige Drohnen bekommen.

Wir sind gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr und deren eventuelle Stationierung an den Standorten Jagel, Hohn oder wo anders in Schleswig-Holstein. Unbewaffnete Drohnen können sehr hilfreiche Informationen durch Aufklärungsmissionen liefern. Schüsse oder Bombardements und somit der Tot per Mausklick ist für uns keine ethisch vertretbare Option.

Earth Overshoot Day

Wir leben über unsere Verhältnisse. Das ist allen bewusst. Wir befinden uns am Limit von dem, was die Menschheit sich selbst antun kann. Jedes Jahr erinnert uns der Earth Overshoot Day daran, wie schlecht die Menschheit mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen umgeht. Gerade wir in Deutschland zählen zu den besonders starken Umweltsünder*innen. Würde die ganze Menschheit so leben, wie es im Durchschnitt ein*e deutsch*e Staatsbürger*in tut, bräuchten wir 3 Planeten. Wir haben aber nur einen. Es gibt keinen Planet B!

Deswegen müssen wir jetzt anpacken und die Dinge ändern. #movethedate Wir müssen dem Klima- und Umweltschutz höchste Priorität einräumen. Er muss in die Landesverfassung, mitsamt eines CO2-Äquivalenzbudgets, was die Klimaziele von Paris ernsthaft anstrebt. Wir brauchen Steuern für Ressourcenverschwendung und sollten umweltbewusstes Verhalten fördern. Wir sollten die #Verkehrswende endlich auch im Bereich des ÖPNV Wirklichkeit werden lassen. Dies geht im Übrigen nur durch deutliche Investitionen und eine Umstrukturierung der Bahn. Wir brauchen eine #Agrarwende. Kleinbäuerlichkeit statt Großbetrieb, Nachhaltig statt Pestizid, weniger Fleisch, mehr Bio. Wir müssen den Kohleausstieg deutlich nach vorne ziehen und wir dürfen dabei nicht in ähnlich absurde Technologien wie LNG einsteigen. Wir müssen forschen und eine Forschungsförderung aufbauen, die dies ernsthaft und stark unterstützt. 

Wir müssen aber auch über unser derzeitiges Wirtschaftssystem reden. Wir müssen abkehren von einem System, welches nur auf Wachstum ausgerichtet ist. Stattdessen sollten wir Bestehendes besser verteilen. Die Umwelt zu schützen ist zudem im Zuge globaler Gerechtigkeit unerlässlich. Umwelt- und Klimaschutz auf der einen und Sozialpolitik auf der anderen Seite lassen sich nicht auseinanderdenken.