Für eine feministische Verkehrspolitik

Pressemitteilung teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on email

Im Verkehrssektor arbeiten ca. 78% Männer und prägen eine stereotypisch
männliche Sichtweise. So ist unser aktuelles Mobilitätskonzept auf die
Bedürfnisse traditioneller Familien mit einem Alleinverdiener zugeschnitten. Bei
der Planung von Mobilitätsinfrastruktur werden primär Arbeitswege kalkuliert,
die mit dem Auto angetreten werden. Care Arbeit, also Kinderbetreuung,
Angehörigenpflege oder Einkaufen wird in der Streckenplanung meist nicht
bedacht. Dabei sind es Frauen, die noch immer die meiste Sorgearbeit erledigen
und dafür aktuell auf gute Querverbindungen, Wegenetze und Barrierefreiheit
angewiesen sind. Vor Allem, weil deutlich mehr Männer ein Auto besitzen und
fahren. Mehr Männer erhalten Dienstwagen und selbst das Familienauto gehört in
etwa ⅔ der Fällen dem Mann.

Doch Mobilität ist ein Grundrecht und sollte für alle gemacht sein. Unser
Mobilitätskonzept sollte so ausgerichtet sein, dass alle davon profitieren.

Daher setzen wir uns als Grüne Jugend ein für:

  • eine verstärkte Einkalkulierung von Wegeketten in die
    Verkehrsbedarfsplanung: Viele Städte sind in der Verkehrsplanung
    sternförmig gedacht, vom Wohnort in die Innenstadt zur Arbeit. Eine Stadt,
    die Sorgearbeit einkalkuliert, muss Querverbindungen und Wegeketten mit
    einkalkulieren. Meistens befinden sich diese in einem Radius von unter
    10km. Daher braucht es zuverlässige, gut ausgebaute Fuß- und Radwege und
    ein ÖPNV Netz, dass auf eine dichte Taktung auf kürzeren Strecken in
    Wohnortnähe setzt.
  • Mehr multimodale Mobilitätsideen: Da Frauen deutlich häufiger die Wege
    ohne Auto bestreiten, sind sie angewiesen auf verschiedene Verkehrsträger.
    Dabei muss eine Vernetzung der Verkehrsträger mit eingeplant werden.
  • Mehr Sicherheit für den Verkehr ohne Auto: Für Wege mit Kindern ist es
    wichtig, dass Rad- und Fußwege breit ausgebaut sind und gut beleuchtet,
    sodass sie sichere Mobilität für Kinder und ältere Menschen ermöglichen.
  • Verletzungsrisiko für Frauen verringern: Crashtestpuppen, die genutzt
    werden, um Unfallauswirkungen zu testen, werden auf durchschnittlich
    männliche Körper zugeschnitten. Dadurch ist das Risiko für Frauen, bei
    einem Unfall verletzt zu werden, um 47% höher. Crashtestpuppen müssen auf
    verschiedene Körpergrößen und Geschlechter zugeschnitten werden.
  • Mitnahme von Kindern in Verkehrsplanung einkalkulieren: Gerade viele neue
    Mobilitätsangebote wie E-Scooter, Leihfahrräder oder Carsharing sind nicht
    auf die Mitnahme von Kindern ausgerichtet. Zu Teilen, weil sie nur für
    eine Person gedacht sind, zu Teilen, weil Kindersitze oder Ähnliches nicht
    mit einkalkuliert werden. Daher sollte bei der Planung von
    Verkehrsangeboten die Möglichkeit von Kindermitnahme mit bedacht werden.
  • Keine Bevorzugung mehr für Autos und Autoinfrastruktur gegenüber anderen
    Verkehrsträgern: Sowohl platztechnisch als auch finanziell werden Autos
    weiterhin bevorzugt. Es darf keine Priorisierung von motorisiertem
    Individualverkehr mehr geben.

weitere Beiträge

Fragen zur Pressemitteilung?

Schreib uns einfach an.